Welche klinischen Phasen umfasst eine Zahnimplantat-Behandlung?

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Implantatphasen
Von der Planung bis zum endgültigen Zahn

Ein Implantat ist eine künstliche Zahnwurzel, meist aus Titan, die anstelle der Wurzel eines fehlenden Zahns in den Kieferknochen eingesetzt wird. Nachdem es mit dem Knochen verwachsen ist, wird darauf eine Krone, eine Brücke oder eine Prothese befestigt, sodass der fehlende Zahn sowohl optisch als auch beim Kauen ersetzt wird.

Eine Implantatbehandlung besteht nicht aus einem einzigen Eingriff, sondern aus aufeinanderfolgenden Phasen. In diesem Beitrag erklären wir auf Grundlage klinischer Studien, was in jeder Phase geschieht, wann zusätzliche Eingriffe nötig sind und wie dauerhaft die Ergebnisse sind. Wenn Sie sich aus Patientensicht für die Behandlungsdauer, die Anzahl der Sitzungen und die Heilungsphase interessieren, lesen Sie auch unseren Beitrag über die Phasen und die Dauer der Zahnimplantat-Behandlung.

İmplant Aşamaları nedir

1. Untersuchung und 3D-Bildgebung

Die Planung beginnt mit einer Untersuchung des Mundes und der Erhebung der allgemeinen Krankengeschichte. Gefragt wird nach Diabetes, Rauchen, eingenommenen Medikamenten und früheren Behandlungen; außerdem wird der Zustand des Zahnfleischs und der Nachbarzähne beurteilt.

Mit einer Panoramaröntgenaufnahme und bei Bedarf einer dreidimensionalen Tomografie (CBCT) werden Höhe und Breite des Kieferknochens sowie die Lage der Kieferhöhle und des Nervs vermessen. Anhand dieser Messungen werden Größe, Winkel und genaue Position des Implantats festgelegt; in geeigneten Fällen kommen eine digitale Planung und eine chirurgische Bohrschablone zum Einsatz.

Liegt im Mund eine unbehandelte Zahnfleischerkrankung vor, wird diese zuerst behandelt. Starke Evidenz zeigt, dass das Risiko einer Entzündung rund um das Implantat (Periimplantitis) bei Menschen höher ist, die früher eine schwere Zahnfleischerkrankung hatten, deren Plaquekontrolle unzureichend ist oder die nicht zur regelmäßigen Nachsorge kommen (Berglundh et al., 2018). Deshalb ist die Zahnfleischgesundheit ein fester Bestandteil der Implantatplanung.

2. Zahnentfernung und Zeitpunkt der Implantation

Muss ein Zahn entfernt werden, wird der Zeitpunkt der Implantation gesondert geplant. Nach der Konsensus-Klassifikation des International Team for Implantology (ITI) gibt es vier Möglichkeiten (Chen und Buser, 2009):

  • Typ 1, Sofortimplantation: Das Implantat wird in derselben Sitzung wie die Zahnentfernung eingesetzt.
  • Typ 2, Frühimplantation: Sie erfolgt nach der Abheilung des Zahnfleischs, meist innerhalb von 4-8 Wochen.
  • Typ 3, Frühimplantation: Man wartet eine teilweise Abheilung des Knochens ab; sie erfolgt meist nach 12-16 Wochen.
  • Typ 4, Spätimplantation: Sie erfolgt nach vollständiger Abheilung des Knochens, nach mehr als 6 Monaten.

Die Sofortimplantation verkürzt die Behandlungsdauer, erfordert aber besonders bei Frontzähnen eine sorgfältige Fallauswahl. In Studien zu dieser Methode trat bei einem erheblichen Teil der Fälle ein Zahnfleischrückgang von 1 mm oder mehr auf (Median 21,4 %) (Chen und Buser, 2009). Die äußere Knochenwand der Frontzähne ist oft sehr dünn: In einer Studie wurde an Stellen mit dünner Knochenwand in den 8 Wochen nach der Zahnentfernung ein medianer vertikaler Knochenverlust von 7,5 mm gemessen (Chappuis et al., 2013). Deshalb wird der Zeitpunkt individuell nach der Knochen- und Zahnfleischsituation gewählt.

Möglichkeiten, bei denen geeignete Patienten Implantat und provisorischen Zahn am selben Tag erhalten, finden Sie auf unserer Seite Implantate an einem Tag.

3. Bei Bedarf Knochenaufbau und Sinuslift

Nach einem Zahnverlust wird der Kieferknochen mit der Zeit dünner. Studien am Menschen berichten, dass die Knochenbreite in den 6 Monaten nach der Zahnentfernung um 29-63 % und die Knochenhöhe um 11-22 % abnimmt und der Großteil des Verlusts in den ersten 3-6 Monaten eintritt (Tan et al., 2012).

Reicht der Knochen nicht aus, wird in derselben Sitzung wie die Implantation oder vorab ein Knochenaufbau durchgeführt. Begrenzt im hinteren Oberkiefer die Kieferhöhle das Knochenangebot, wird der Kieferhöhlenboden mit einem Sinuslift angehoben. Diese Eingriffe beeinträchtigen den Implantaterfolg nicht: Eine Übersichtsarbeit über 108 Studien zeigte mit hoher Evidenz, dass Implantate in aufgebauten Bereichen eine ähnliche Überlebensrate haben wie Implantate im natürlichen Knochen (Jensen und Terheyden, 2009). In Bereichen, in denen ein Sinuslift mit der lateralen Fenstertechnik durchgeführt wurde, lag die durchschnittliche Überlebensrate von Implantaten mit rauer Oberfläche bei 97,1 % (Chiapasco et al., 2009).

Ist ein Knochenaufbau nötig, dauert die Behandlung länger; richtig geplant schafft er jedoch eine verlässliche Grundlage für das Implantat.

4. Einsetzen des Implantats

Die Implantatoperation erfolgt unter örtlicher Betäubung, sodass der Patient während des Eingriffs keine Schmerzen spürt. Das Zahnfleisch wird geöffnet (in geeigneten Fällen ohne Schnitt), das Implantatbett wird Schritt für Schritt im Knochen vorbereitet und das Implantat eingesetzt. Die anfängliche Festigkeit des Implantats im Knochen (Primärstabilität) wird gemessen; dieser Wert ist eines der wichtigsten Kriterien dafür, wann der Zahn belastet werden kann.

Anschließend wird das Implantat entweder mit einer Verschlussschraube verschlossen oder mit einer Einheilkappe versehen, die das Zahnfleisch formt. Bei Bedarf wird genäht.

In den folgenden Tagen können leichte Schwellungen und Empfindlichkeit auftreten; Kühlen, weiche Kost und die vom Zahnarzt empfohlenen Medikamente erleichtern diese Zeit. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zu Zahnimplantaten.

5. Einheilung in den Knochen (Osseointegration)

Osseointegration bedeutet, dass sich das Knochengewebe direkt an die Implantatoberfläche anlagert und das Implantat fest verankert. Beim klassischen Vorgehen blieben Implantate im Unterkiefer 3-4 Monate und im Oberkiefer 6-8 Monate unbelastet (Esposito et al., 2013).

Da weiterentwickelte Implantatoberflächen die Knochenheilung heute beschleunigen, gilt nach der aktuellen ITI-Definition eine Belastung, die mehr als 2 Monate nach dem Einsetzen des Implantats erfolgt, als konventionelle Belastung (Gallucci et al., 2018). Sind Knochenqualität und Primärstabilität ausreichend, können die Zähne früher belastet werden, sogar schon in der ersten Woche. Ein Cochrane-Review mit 26 randomisierten Studien fand keine überzeugende Evidenz für einen klinisch bedeutsamen Unterschied zwischen Sofortbelastung und konventioneller Belastung, berichtete aber, dass ein ausreichend hohes Eindrehmoment des Implantats (etwa 35 Ncm) eine Voraussetzung für die Sofortbelastung zu sein scheint (Esposito et al., 2013).

6. Abutment (Implantataufbau) und Abformung

Nach abgeschlossener Einheilung wird das Zahnfleisch über dem Implantat mit der Einheilkappe so geformt, dass es dem Zahnfleisch um einen natürlichen Zahn ähnelt. Anschließend wird das Abutment, das das Implantat mit dem endgültigen Zahn verbindet, ausgewählt oder individuell angefertigt.

Die Abformung erfolgt mit klassischen Abformmaterialien oder mit einem Intraoralscanner. Der endgültige Zahn kann verschraubt oder zementiert geplant werden; eine Verschraubung ermöglicht es, den Zahn bei Bedarf abzunehmen und wieder einzusetzen.

7. Einsetzen des endgültigen Zahns

Im letzten Schritt wird der endgültige Zahn eingesetzt. Fehlt ein einzelner Zahn, wird eine implantatgetragene Krone verwendet, fehlen mehrere Zähne, eine implantatgetragene Brücke, und bei zahnlosen Kiefern festsitzender Zahnersatz auf vier oder sechs Implantaten, etwa All-on-4. Als Kronenmaterial werden meist Zirkonoxid oder Metallkeramik gewählt; die Unterschiede zwischen den Materialien erklären wir in unserem Beitrag über Arten von Zahnkronen und Veneers.

Beim Einsetzen wird der Biss eingestellt und geprüft, wie gut das Zahnfleisch an der Krone anliegt. In dieser Phase lernt der Patient, wie er den Bereich um das Implantat reinigt.

8. Kontrollen und langfristige Nachsorge

Die Langzeitergebnisse der Implantatbehandlung sind gut. In einer Übersichtsarbeit, die Studien mit 7.711 Implantaten und einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 13,4 Jahren zusammenfasste, lag die Überlebensrate bei 94,6 % (Moraschini et al., 2015); in einer weiteren Übersichtsarbeit mit 18 prospektiven Studien betrug die 10-Jahres-Überlebensrate 96,4 % (Howe et al., 2019). In prospektiven Studien über 20 Jahre liegt dieser Wert bei 92 % (Kupka et al., 2024).

Die größte Gefahr für die Lebensdauer eines Implantats sind Entzündungen rund um das Implantat. Nach dem gewichteten Mittel der Studien trat bei 43 % der Patienten eine Entzündung des Zahnfleischs um das Implantat (Mukositis) auf, bei 22 % eine Periimplantitis mit Knochenverlust (Derks und Tomasi, 2015). Regelmäßige professionelle Nachsorge senkt dieses Risiko deutlich: In der Leitlinie der Europäischen Föderation für Parodontologie wird eine Implantat-Überlebensrate von 99,3 % bei Patienten mit regelmäßiger und von 97,8 % bei Patienten mit unregelmäßiger Nachsorge angegeben, und die regelmäßige Nachsorge wird nachdrücklich empfohlen (Herrera et al., 2023). Der Abstand zwischen den Kontrollen richtet sich nach dem individuellen Risiko.

Bei Rauchern ist das Risiko eines Implantatverlusts etwa 2,4-mal so hoch wie bei Nichtrauchern (Mustapha et al., 2022). Mit dem Rauchen aufzuhören oder zumindest während der Behandlung darauf zu verzichten, unterstützt den Erfolg.

faq

Häufige Fragen zu den Implantatphasen

Wie lange dauern die Implantatphasen insgesamt?

Ist genügend Knochen vorhanden und werden die Zähne konventionell belastet, dauert die Behandlung in der Regel einige Monate. Ist eine Sofortbelastung möglich, können provisorische Zähne schon in der ersten Woche eingesetzt werden. Sind ein Knochenaufbau oder ein Sinuslift nötig, verlängert sich die Dauer. Einzelheiten finden Sie in unserem Beitrag zur Dauer der Implantatbehandlung.

Ist die Implantation schmerzhaft?

Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung, sodass währenddessen keine Schmerzen zu spüren sind. In den folgenden Tagen können leichte Schwellungen und Empfindlichkeit auftreten; diese lassen sich meist gut mit Schmerzmitteln kontrollieren.

Ist ein Implantat auch bei zu wenig Knochen möglich?

In den meisten Fällen ja. Mit einem Knochenaufbau oder einem Sinuslift lässt sich das Knochenvolumen vergrößern. Implantate in aufgebauten Bereichen zeigten eine ähnliche Überlebensrate wie Implantate im natürlichen Knochen.

Kann am Tag der Zahnentfernung implantiert werden?

Ja, wenn Knochen und Zahnfleisch es zulassen; man spricht dann von einer Sofortimplantation. Besonders bei Frontzähnen wird der Fall sorgfältig ausgewählt, um das Risiko eines Zahnfleischrückgangs zu verringern. Sind die Voraussetzungen nicht gegeben, wird einige Wochen oder Monate gewartet.

Hält ein Implantat ein Leben lang?

In Langzeitstudien sind die allermeisten Implantate auch nach 10-20 Jahren noch in Gebrauch. Die wichtigsten Faktoren für ihre Lebensdauer sind Mundhygiene, regelmäßige Kontrollen und Rauchen. Die Krone auf dem Implantat muss dagegen im Laufe der Jahre wegen Abnutzung oder eines Bruchs unter Umständen erneuert werden.

Beeinflusst Rauchen das Implantat?

Ja. Bei Rauchern ist das Risiko eines Implantatverlusts etwa 2,4-mal so hoch, und um das Implantat herum tritt mehr Knochenverlust auf. Es wird empfohlen, vor der Behandlung und während der Heilungsphase mit dem Rauchen aufzuhören.

Wissenschaftliche Quellen

  • Berglundh T, Armitage G, Araujo MG, et al. Peri-implant diseases and conditions: Consensus report of workgroup 4 of the 2017 World Workshop on the Classification of Periodontal and Peri-Implant Diseases and Conditions. J Clin Periodontol. 2018;45 Suppl 20:S286-S291. doi:10.1111/jcpe.12957
  • Chen ST, Buser D. Clinical and esthetic outcomes of implants placed in postextraction sites. Int J Oral Maxillofac Implants. 2009;24 Suppl:186-217.
  • Chappuis V, Engel O, Reyes M, et al. Ridge alterations post-extraction in the esthetic zone: a 3D analysis with CBCT. J Dent Res. 2013;92(12 Suppl):195S-201S. doi:10.1177/0022034513506713
  • Tan WL, Wong TL, Wong MC, Lang NP. A systematic review of post-extractional alveolar hard and soft tissue dimensional changes in humans. Clin Oral Implants Res. 2012;23 Suppl 5:1-21. doi:10.1111/j.1600-0501.2011.02375.x
  • Jensen SS, Terheyden H. Bone augmentation procedures in localized defects in the alveolar ridge: clinical results with different bone grafts and bone-substitute materials. Int J Oral Maxillofac Implants. 2009;24 Suppl:218-236.
  • Chiapasco M, Casentini P, Zaniboni M. Bone augmentation procedures in implant dentistry. Int J Oral Maxillofac Implants. 2009;24 Suppl:237-259.
  • Esposito M, Grusovin MG, Maghaireh H, Worthington HV. Interventions for replacing missing teeth: different times for loading dental implants. Cochrane Database Syst Rev. 2013;(3):CD003878. doi:10.1002/14651858.CD003878.pub5
  • Gallucci GO, Hamilton A, Zhou W, Buser D, Chen S. Implant placement and loading protocols in partially edentulous patients: a systematic review. Clin Oral Implants Res. 2018;29 Suppl 16:106-134. doi:10.1111/clr.13276
  • Moraschini V, Poubel LA, Ferreira VF, Barboza EdS. Evaluation of survival and success rates of dental implants reported in longitudinal studies with a follow-up period of at least 10 years: a systematic review. Int J Oral Maxillofac Surg. 2015;44(3):377-388. doi:10.1016/j.ijom.2014.10.023
  • Howe MS, Keys W, Richards D. Long-term (10-year) dental implant survival: a systematic review and sensitivity meta-analysis. J Dent. 2019;84:9-21. doi:10.1016/j.jdent.2019.03.008
  • Kupka JR, König J, Al-Nawas B, Sagheb K, Schiegnitz E. Clin Oral Investig. 2024;28:541. doi:10.1007/s00784-024-05929-3
  • Derks J, Tomasi C. Peri-implant health and disease. A systematic review of current epidemiology. J Clin Periodontol. 2015;42 Suppl 16:S158-S171. doi:10.1111/jcpe.12334
  • Herrera D, Berglundh T, Schwarz F, et al. Prevention and treatment of peri-implant diseases: the EFP S3 level clinical practice guideline. J Clin Periodontol. 2023;50 Suppl 26:4-76. doi:10.1111/jcpe.13823
  • Mustapha AD, Salame Z, Chrcanovic BR. Smoking and dental implants: a systematic review and meta-analysis. Medicina. 2022;58(1):39. doi:10.3390/medicina58010039

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